Unter der Überschrift „Nachhaltigkeit ist Trumpf“ zitiert die ‚Neue Osnabrücker Zeitung [NOZ]‘ bereits in ihrer Ausgabe vom 4. März 2022 den Vorstandsvorsitzenden des FMO, Prof. Rainer Schwarz, mit den Worten: „Es gibt keine Basis mehr, den Flughafen Münster-Osnabrück aus ökologischer Sicht infrage zu stellen.“
Sieht man etwas genauer auf die vorhandenen Bedingungen und Entwicklungen, muss man erkennen, dass es sich bei dieser Aussage wie häufig um eine Wunschvorstellung und Verklärung der Realität handelt. Sicher sind die Anstrengungen zum Einsatz erneuerbarer Energien beim Betrieb des Flughafens bemerkenswert. Die Reduktion von konventionell ausgestatteten Fahrzeugen und die Installation von Solarmodulen auf dem Parkhaus sind ebenso wie der Plan zur Errichtung einer großen Agri-Photovoltaik-Anlage bis zum Jahr 2027 auf dem nicht benötigten Startbahngelände des FMO anzuerkennen.
Nur können diese Anstrengungen kein Grund sein, die schwerwiegenden Folgen des Flugbetriebs zu ignorieren. In der ‚Neue Osnabrücker Zeitung [NOZ]‘ vom 24. Dezember 2025 wird der scheidende FMO-Chef Schwarz mit der Schlagzeile „Entscheidend ist das CO₂-neutrale Fliegen!“ zitiert. Weitere Aussagen über das wie und wann der Klimaneutralität sind dann jedoch eher aus der Kategorie ‚Irgendwie und Irgendwann‘. Mit ungewohnter Zurückhaltung wird zur Kenntnis gebracht, dass die CO₂-Emissionen der Infrastruktur von 8.000 auf 400 Tonnen gesunken sind.
Stellt man diesen Zahlen die Größenordnung der durch den Flugbetrieb entstehenden Treibhausgase gegenüber, wird das schöne Bild erheblich eingetrübt. Nach Angaben des Flughafens sind allein die zehn am häufigsten genutzten Flugstrecken für ein vielfaches an Emissionen verantwortlich. Also 400 gegenüber rund 156.000 Tonnen oder ein Faktor von 1 zu 390 allein bei den CO₂-Emissionen!
| Zielort | Anzahl Passagiere | CO₂ – Emissionen | Klimawirkung gesamt (CO₂-Äquivalente) | CO₂ – Emissionen | Klimawirkung gesamt |
| Angabe in kg je Passagier | Angabe in kg je Passagier | Angabe in t (gesamt) | Angabe in t (gesamt) | ||
| Antalya | 400.000 | 189 | 464 | 75.600 | 185.600 |
| Palma de Mallorca | 340.000 | 113 | 265 | 38.420 | 90.100 |
| Pristina | 51.000 | 139 | 326 | 7.089 | 16.626 |
| London | 45.500 | 50 | 92 | 2.275 | 4.186 |
| Alicante | 37.000 | 113 | 269 | 4.181 | 9.953 |
| Heraklion | 32.000 | 163 | 399 | 5.216 | 12.768 |
| Málaga | 26.000 | 136 | 329 | 3.536 | 8.554 |
| Hurghada | 16.000 | 254 | 637 | 4.064 | 10.192 |
| Korfu | 14.000 | 124 | 295 | 1.736 | 4.130 |
| München | 233.000 | 63 | 117 | 14.679 | 27.261 |
| gesamt | 1.194.500 | 156.796 | 369.370 |
Anmerkungen:
1. Die Passagierzahlen in der Tabelle sind dem Artikel ‚Das sind die zehn Top-Reiseziele am Flughafen Münster/Osnabrück‘ der „Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ)“ vom 27. Januar 2026 entnommen und beziehen sich auf das Jahr 2025
2. Die Angaben zu den Emissionen sind Durchschnittswerte (ohne Berücksichtigung der jeweils eingesetzten Flugzeugtypen). Die Ermittlung der durch den Flugverkehr entstehenden Emissionen erfolgt mit Hilfe der von der Klimaschutzorganisation „atmosfair gGmbH“ entwickelten Berechnungen: https://www.atmosfair.de/wp-content/uploads/atmosfair-methode-flugberechnung.pdf
3. Die ‚Klimawirkung gesamt‘ berücksichtigt zusätzlich zum CO₂ weitere klimawirksame Emissionen wie Stickoxide, Rußpartikel etc.
4. Die Passagierzahlen berücksichtigen nur die zehn bedeutendsten Ziele, sonstige Flugbewegungen werden hier nicht betrachtet