
Auf der Titelseite der ‚Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ)‘ vom 7. Juli 2026 wird unter der Überschrift „Deutsche Flughäfen in der Krise“ die Misere des deutschen Luftverkehrsstandorts beklagt. Dazu werden Zahlen aus einer bisher unveröffentlichten Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), dem Interessenverband der vier Luftverkehrsanbieter Condor, Eurowings, Lufthansa und TUIfly, aufgeführt.
Danach verharrte das angebotene Sitzplatzvolumen bei Flügen von und nach Deutschland auch im ersten Halbjahr 2026 bei 87 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit. Der BDF beklagt in der Folge für die drei Jahre von 2023 bis 2025 einen Schaden, „der dem Wirtschaftsstandort Deutschland durch den zögerlichen Flugverkehr insgesamt entstanden ist, inflationsbereinigt auf rund 40 Millionen Euro“.
Was sollte nach Ansicht der Interessenvertreter zur Verbesserung der Lage passieren? Die Antwort des Koordinators der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, Christoph Ploß, ist eine Wiederholung der von den Lobby-Verbänden der Flugindustrie ständig geforderten Senkung der Standortkosten. Der Artikel endet mit dem Appell: „Für die hart arbeitenden Menschen darf der wohlverdiente Urlaub nicht unerschwinglich werden“.
Leider bleibt eine Reihe von Aspekten in dem Artikel unerwähnt:
- der Flughafen London Heathrow hat die höchsten standortbezogen Kosten und die meisten Passagiere in Europa!
- die Subventionierung des Flugverkehrs durch den Verzicht auf die Besteuerung von Flugbenzin (lt. UBA 8,1 Milliarden Euro pro Jahr)
- die Subventionierung des Flugverkehrs durch den Verzicht auf die Erhebung von Umsatzsteuer bei grenzübeerschreitenden Flügen (lt. UBA 4,2 Milliarden Euro pro Jahr)
- Subventionierung von zahlreichen Flughäfen, die nicht aus eigener Kraft das wirtschaftliche Überleben sichern können
Ebenso wird nicht darauf eingegangen, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland (oder genauer die Bewohner des Landes) auch die Folgekosten des Luftverkehrs (Emissionen, Lärm etc.) zu tragen haben.